Wie kam ich zur Funkerei?

Mein Vater hatte Ende der 70er Anfang der 80er Jahre CB Funk (12 Kanäle AM) betrieben. Er besaß eine Mobilkiste und eine Handfunke, die nach seiner aktiven Zeit immer im Schrank war.

Und wie es so ist, wenn kleine Kinder daheim rumstöbern und irgendetwas finden was mit strom funktioniert, es wird natürlich ausprobiert. Also Batterie rein Funke an aber außer Rauschen nix gewesen, gerufen wie ein blöder, aber es wollte mich keiner hören. Also wieder rein in den Schrank und wieder vergessen. Jahre später war ich mit zwei Schulkameraden unterwegs und der eine hatte seine 100mW Funkgeräte von der Quelle dabei. Die mussten ja gehen, also gleich mal ausprobiert und festgestellt, weiter wie rufen gingen die Dinger nicht.

Da meinte mein andere Kumpel das er was viel besseres daheim hätte und mir fiel wieder das Funkgerät im Schrank ein, also hat jeder seine Funke geholt und dann mussten wir feststellen, das wir genau die selbe CB-Handfunke hatten. Nur leider konnten wir nicht miteinander funken, weil unsere 2 Kanal Kisten unterscheidliche Quarze hatten. Von mein Kumpel der Vater nahm unsere Funkgeräte mit in die Arbeit und danach konnten wir zusammen funken. Mein Kumpel und ich wohnten direkt gegenüber vielleicht 50m auseinander, hatten also von unsere Zimmer Blickkontakt. Am Anfang hatten wir natürlich nur mit Akkus gefunkt, aber woher sollte man wissen wann der andere QRV (sein Funkgerät anhat) ist. Die Kiste die ganze Zeit laufen lassen mit den alten Akkus, das ging nicht lange, natürlich wussten wir uns zu helfen. Ersten wir bastelten ein Netzgerät an die Handfunke und zweitens wir installierten an unseren Fenster aussen ein Licht das in einer Ferrerokiste vorm Wetter geschützt war. Wenn das Licht an war, war man QRV und man konnte den anderen rufen. Natürlich haben wir im laufe der Zeit versucht die Anlage zu optimieren, Antenne absetzen usw. Ich hatte ja das Glück, das mein Vater ja noch eine alte 12 Kanal AM Mobilkiste hatte (die ich heute noch hab) und seine alte Antenne fand er auch noch, also das ganze Zeug aufgebaut und siehe da, es geht schon a weng besser und vorallem komfortabler, man brauchte ja nicht mehr das ganze Funkgerät halten son dern nur das Mike. Die Antenne wurde dann irgendwann auf einen alten Chrisbaumständer montiert und vor meinen Zimmer aufm Flachdach gestellt (ich wohnte über einen Supermarkt, deswegen gabs auch viel Flachdach). Aber irgendwann stellte man fest, das wir auf AM funkten und der rest der Funkerwelt auf FM sitzt, deswegen wurde auf eine FM Handfunke mit 40 Kanälen gespart. Mit dieser Funke machte das funken zwar Spaß, man konnte sich ja mitn Fahrrad immer aufm Berg fahren um weiter zu kommen aber das gelbe vom Ei wars immer nochnicht. Natürlich wälze man den Conradkatalog rauf und runter und eies Tages, war im neuen Conradkatalog, das C-Mobil. Damals stand fest, diese Ding wollte ich unbedingt haben. Aber wies im Leben immer so ist, reichte einen armen Schüler nie das Geld, also gespart so gut wies ging und als zur Firmung in der 7 Klasse mir noch 80 Mark nicht Euro fehlten, gab mein Taufpate das restliche Geld noch dazu. Also ab zum Briefkasten, weil mit Online bestellen war ja anfang der 1990 Jahre noch nicht, und die Funke bestellt, und ewig drauf gewartet, weil das Funkgerät sich so gut verkaufte dauerte natürlich die Lieferung umso länger. Aber irgendwann war natürlich auch das C-Mobil da. Ein NEtzgerät musste auch noch besorgt werden, aber das hat mein VAter zum größten Teil gesponsert, ich musste ihn nur die differenz bezahlen zum Digitalen Anzeige, weil er hät ja eine Analoganzeige genommen, also schonwieder sparen :-)

Von nun an, hat das funken natürlich Spaß gemacht, weil im laufe der Zeit auch eine Hoch antenne dazu kam, so waren schließlich unglaubliche Reichweiten zu überbrücken, ich glaub 90km war das weiteste. Irgendwann lerne ich auf Funk den Günter ohne H kennen, der meinte das er vor habe die Amateurfunk Lizenz zu machen, ich hab mir zwar auch immer darüber gedanken gemacht, aber wie wo macht man die Lizenz, Internet zum informieren gabs ja noch nicht. Er meinte das in Bamberg ein Kurs stattfinden würde, er aber keine Lust hat, den alleine zu machen. Ich meinte zu ihn, das ich schon interesse hätte, aber jeden Donnerstag einmal quer durch Bamberg zu fahren hät ich nicht so eine lust drauf, weil der Kurs auch noch recht lang ging und ich ja am nächsten Tag ja wieder in die Arbeit müsste. Nach kurzen hin und her, kam er mit der Idee, das er mich ja immer abholen könnte und wieder heim fahren könnt. Na gut dachte ich mir, dann machen wir ab jetzt einen Amateurfunkkurs, der hatte zwar schon angefangen, aber man konnte noch einsteigen. Da ich ja gerade eine Ausbildung zum Energieelektroniker machte, war es eigentlich auch nicht gerade schwierig beim Stoff mitzukommen und Gesetzeskunde ist ja eh nur reine lernsache. Ich hab aber trotzdem in jeder freie Minute gelernt was ging, weil ich wollte es ja auf den ersten mal schaffen und noch viel wichtiger war, ich wollte die Technikpunkte auf jedenfalls für die damalige Klasse B erfüllen. Das hatte zur folge das ich fast alle Fragen und Antworten auswendig konnte. Da fällt mir immer wieder mein Ausbilder bei der Prüfung ein, zwischen den 3 Prüfungsteilen gabs immer eine kleine Pause, die nutzen natürlich die Ausbilder um so jeden mal zu fragen wie gelaufen ist und welches gefühl man hat. Und als der Ausbilder zu mir kam, wollte er mir auch die Frage stellen, stockte kurz und meinte: "Naja wennst des du ned geschafft hast, dann hats keiner geschafft." danach drehte er sich um und ging, das war schonmal ein berühigendes Gefühl. Naja die Technik hab ich dann auch mit 100% bestanden. So die Prüfung war geschafft, mein Kumpel der mit mir Lizenz gemacht hatte, hatte leider nicht soviel Glück, er viel in Gesetzeskunde durch und zwar wengen genau einen Punkt, man brauchte 65 und er hatte 64. Was sein Pech war, war mein großes Glück. Weil er ja jetzt erstmal ohne Lizenz da stand und die Nachprüfung erst in ein paar Wochen war, durfte ich mir seine 2m Mobilsstation, die er schon hatte, ausleihen. Jetzt bekann erstmal das große warten, jeden Tag 3x den Briefkasten kontrolliert ob die Lizenz schon da ist und noch viel spannender, welches Call würde man bekommen. Naja nach ein paar Tagen und endlichen Briefkasten kontrollen später war endlich die Lizenz da. DG5NGC hatte ich bekommen, jetzt galt es erstmal sein Call sich richtig zu merken. Nachdem die Trockenübung abgeschlossen war, die Station war ja schon aufgebaut, ging ans erste Funkgepräch (QSO). Trotz jahrelangen CB Funk wars doch etwas ganz anderes, aber an den geflogenheiten im Amateurfunk gewöhnte man sich schnell. Aber das primärziel war ja nicht die C-Lizenz sonder die B-Lizenz, also die ganz große und für die musste man Morsen könne. Ich wusste, das jetzt der schwierige Teil kommen würde. Direkt nach den Amateurfunkkurs, kam der Morsekurs, auch hier holte mich wieder jede Woche der Günter ohne H ab. Also ich muss sagen, das morsen lernen war schon sehr mühselig, das geben ging ja einfach aber beim hören hatte ich immer so meine Probleme, deswegen wundert auch nicht das ich es erst beim dritten mal geschafft habe, die B-Lizenz zu bestehen. Aber nachdem die Prüfung endlich geschafft war, kam die Leute von der Bundesnetzagentur wies damals hieß und gaben uns einen Ordner mit den freien Rufzeichen und wir durften uns ein aussuchen und ein zweites Wunschrufzeichen wenns mit den ersten nicht klappt. Eigentlich wollte ich DL1NFO weil man O im morsen so schön geben kann und als zweites dann DL1NFI. Zum Glück wurde es DL1NFI, das Call gefällt mir doch besser und seit 1997 bin ich unter dem Call regelmässig zu hören. NAchdem ich in eine eigene Wohnung gezogen bin, die natürlich auf den Berg war und wo ich Antennen aufbauen durfte, gings dann so richtig los. Hauptsächlich war ich auf 2m QRV. Ich konnte so ziemlich alle Bandöffungen miterleben, Tropo, Sporatic E und auch Aurora in SSB. Was ich auch sehr oft gemacht habe war Meteorscatter, eine sehr schöne Betriebsart. Aber wies im Leben immer so ist, hatte eine Nachbarin die zwei Straßen weiter wohnt, störungen in ihren Badradio, also hatte ich wegen der guten Frau 2x Besuch von der Bundesnetzagentur, die zwar wild rumprobierten, aber im Ende nix dabei raus kam. Ich bekam mündlich die Auflage in der Richtung zu der guten Frau nur noch mit 1 Watt zu senden, was bei einen Icom IC746 natürlich nicht ging. Also war diese richtig tabu. Aber zum Glück ist ja der Amateurfunk so Facettenreich, das man immer etwas neues findet. Was auch schön ist, sind Conteste, auf Kurzwelle oder UKW. Und auch ein besondere Reiz ist Portabel irgendwo zu funken. Da kann man sich eine schöne Ecke z.B. in der Fränkischen Schweiz suchen, wo weit und breit kein Nachbar stört :-) An einen Portabeleinsatz kann ich mich noch gut erinnern, ich war aufm Berg und hab ein wenig über die Kurzwelle gedreht und auf einmal hörte ich Mali, irgendwo in Afrika unten. Den wollte ich natürlich arbeiten und versuchte ihn eine gefühlte ewigkeit in zu erreichen, aber er wollte mich nicht hören. Die Steffi DL8NSB war an diesen Tag auch dabei, sie meinte nur: "Geb mir mal das Mike und lass mich mal versuchen" naja dachte ich, dann probiers halt du, kaum hatte sie ihren ersten Anrufversuch beendet, kam die Station aus Mali zurück: "Please the YL Station". Mhhh ok dachte ich mir. Naja als sie mit den QSO fertig war, gab sie mir das MIke so das ich ihn auch arbeiten konnte. Und die Moral von der Geschichte: Schalte als erstes deinen YL-Verstärker ein, dann klapps auch mit der Verbindung :-)